Frau E. leidet seit Jahren unter Schmerzen – „Sie machen mich fertig“

Frau E. lässt die vergangene Nacht nicht los. Sie hat von ihrem letzten Chef geträumt. Er habe ihr gesagt, dass sie wieder bei ihm arbeiten könne. Mit einem Glücksgefühl wachte sie auf. Da holte sie die Realität ein. Bis zum Frühsommer dieses Jahres war sie in einer Physiotherapiepraxis am Empfang tätig. Dann wurde ihr noch in der Probezeit gekündigt, weil sie „nicht ins Team“ passe. Mit einer jüngeren Kollegin habe sie sich nicht so gut verstanden, mit den anderen aber schon.

Arbeitslos zu sein, deprimiert die 48-Jährige. Wenn sie etwas anfängt, bleibe sie auch dabei. 15 Jahre lang hat sie zum Beispiel als Kommissioniererin bei einer großen Firma gearbeitet, lange als Teamleiterin. Nachdem sie beim Tragen eines schweren Kartons einen Nabelbruch erlitten hatte, der später operiert werden musste, bat sie um eine Umschulung. Die körperliche Arbeit sei zu schwer für sie, verwies sie auch auf ihre weiteren Erkrankungen. Aber man habe ihr die Umschulung verwehrt. Als sie eine neue Stelle fand, kündigte sie im November 2024.

Starke Schmerzen in der rechten Körperhälfte

Frau E. leidet seit Jahren unter Schmerzen. Aber nur einmal habe sie 2017 deshalb länger in der Firma gefehlt. Da kam sie in eine Klinik, wo Rheuma, Fibromyalgie und Postherpetische Neuralgie diagnostiziert wurden. Die Fibromyalgie macht sie berührungsempfindlich, die von einer Gürtelrose ausgelöste Neuralgie geht bei ihr mit extrem starken Nervenschmerzen in der rechten Körperhälfte einher.

„Die Schmerzen machen mich fertig“, sagt Frau E. Sie bekommt Opiate, setzt diese aber immer wieder ab, um nicht abhängig zu werden. Sport hilft ihr. Sie macht viel Pilates, Yoga, Kraftsport, alles zuhause. Ein Fitnessstudio ist nicht drin.

Eine Psychotherapeutin habe ihr 2017 in der Klinik erklärt, dass ihre Fibromyalgie auch an der Psyche liege. Da habe sie realisiert, wie sehr sie unter dem Verhalten ihres Mannes litt. Er habe sie zwar nie geschlagen, ihr aber anders weh getan. Manchmal habe er tagelang kein Wort mit ihr gewechselt, um sie zu bestrafen. Er habe nicht an der Beziehung arbeiten wollen. Da habe sie sich 2019 von ihm getrennt.

Im Sommer hatte sie einen psychischen Zusammenbruch

Es war ein Riesenschritt für Frau E. – nach 27 Jahren Beziehung. Mit 15 hatte sie sich in ihn verliebt. Zwei Jahre später heirateten sie, da war sie schwanger. Zuerst kam ein Sohn, zweieinhalb Jahre später ihre Tochter auf die Welt. Das Mädchen hatte einen schweren Herzfehler und starb nach nur zwei Wochen. „Das war eine schwere Zeit“, sagt Frau E. Sie konnte sich nicht wirklich von ihrem Kind verabschieden. Einige Jahre später kam ein weiterer Sohn auf die Welt.

Er ist nun auch schon 22 Jahre alt und gerade ins zweite Lehrjahr gekommen. Er lebt noch bei ihr, was ihr gut tut. Nach der Kündigung hatte sie im Sommer einen psychischen Zusammenbruch. Auch jetzt kommen ihr die Tränen, als sie davon erzählt. Sie habe nicht damit gerechnet, dass man ihr kündigt. Es ist schon der zweite Reinfall, seit sie als Kommissioniererin aufgehört hat. Zunächst habe sie am Empfang einer Stuttgarter Arztpraxis gearbeitet, wo es ihr aber nicht gefiel. Sie sei nicht eingearbeitet worden, der Arzt sei schwierig gewesen. Deshalb wechselte sie in die Physiotherapiepraxis, wo es dann auch nicht klappte.

Ihr fehle die Arbeit, sagt Frau E. Sie habe sich komplett zurückgezogen und Ängste entwickelt. Im Juni ging sie für zwei Monate in eine psychosomatischen Tagesklinik, in Kürze startet ihre nächste klinische Therapie. Ihr Berater in der Arbeitsagentur habe gesagt, eine Umschulung könne erst starten, wenn sie stabiler sei, sagt Frau E. Momentan ist sie krank geschrieben.

Frau E. plagen Geldsorgen

Was nicht zur Genesung beiträgt: Frau E. plagen Geldsorgen. Ihr Krankengeld geht komplett für die Miete drauf. Wohngeld hat sie beantragt. Sie weiß nicht, wie sie ihre Kredite bedienen soll. Der erste läuft seit 2019. Als sie sich von ihrem Mann trennte, war sie zunächst in eine stark renovierungsbedürftige Wohnung gezogen. Um Renovierung und Wohnungsausstattung zu bezahlen, schloss sie damals einen Kredit über 11 000 Euro ab. Die letzte Rate ist im Juli 2026 fällig. Dabei wohnt sie schon lange nicht mehr in der Wohnung, die sie noch immer so teuer zu stehen kommt. Als feucht und viel zu kalt hatte sich diese herausgestellt, weshalb sie innerhalb des Hauses umzog. Doch auch diese Wohnung hatte ein Schimmelproblem.

Im Februar 2024 zog sie deshalb erneut um – in ihre jetzige Wohnung. Diese war renoviert, aber ohne Küche. Damals rechnete sie nicht mit Arbeitslosigkeit. Sie kaufte auf Kredit eine günstige Küche. Bisher hat sie ihre Raten immer bedient, nur bleibt ihr nichts mehr fürs Leben, sie musste sich auch schon Geld leihen. Der große Sohn hat zudem Lebensmittel für sie eingekauft. Er habe aber selbst nicht viel. Die Sozialarbeiterin einer Diakoniestation aus der Region Stuttgart hat sich hilfesuchend an die Aktion Weihnachten gewandt mit der Bitte, bei der Entschuldung des Küchenkredits zu helfen.

So können Sie spenden

Spende Unter folgendem Link können Sie direkt und unkompliziert online für die Benefizaktion Aktion Weihnachten spenden: stn-hilft.de. Wer selbst überweisen will, die Konten lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00. Sachspenden können wir aus logistischen Gründen leider nicht annehmen.

VereinDie Aktion Weihnachten leistet seit 54 Jahren unkompliziert Nothilfe. Außerdem fördert sie soziale Projekte in Stuttgart und der Region. Ermöglicht wird dies durch die großzügigen Spenden unserer Leserinnen und Leser sowie engagierter Unternehmen und Stiftungen. Alle Artikel zur laufenden Spendenaktion finden Sie unter www.aktionweihnachten.de.