Vater von kranker Tochter braucht neue Waschmaschine

Herr S. hatte gehofft, seine Tochter hätte endlich Ruhe von ihrer Krankheit. Eineinhalb Jahre hatte sie keine epileptischen Anfälle mehr. Doch mit dem Beginn des Schuljahres ging es wieder los mit den plötzlichen Krampfattacken, die Sarah (Name geändert) seit dem Babyalter durchs Leben begleiten. „Sie hatte sich so gut entwickelt“, sagt Herr S. traurig. Die Anfälle kommen ohne Vorwarnung. Das macht Sarah Angst und ihrem Vater auch. Was ist, wenn sie einen Anfall auf dem Weg zur Schule hat? Die 14-Jährige sei bis zum Sommer allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule gefahren, doch jetzt traue sie sich das nicht mehr. Also fährt er sie mit dem Auto, obwohl er sich das Benzingeld eigentlich nicht leisten kann.

Während sein Sohn recht problemlos durchs Leben kommt (er macht gerade seine Ausbildung), braucht seine Tochter viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Sie hat Pflegegrad 3. Neben der Epilepsie wurde bei ihr auch noch Asperger Autismus diagnostiziert. Sie ist empfindlich auf Reize wie Licht und Lautstärke und vermeidet Körperkontakt. Zwischenzeitlich hat sie Tics entwickelt. Sie hat zum Beispiel immer wieder auf den Tisch geklopft oder dieselben Fragen mehrfach wiederholt. Dann wurde es besser mit den Tics – bis es mit den Anfällen wieder los ging. Jetzt gehe es wieder los mit den Tics. Als ob das eine mit dem anderen zusammenhängen würde.

Erst seit fünf Jahren leben Sarah und ihr älterer Bruder bei Herrn S. Davor waren sie in Pflegefamilien untergebracht. Ihre Mutter kann sich aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung nicht um sie kümmern. Herr S. konnte es mehrere Jahre lang auch nicht. Er war Alkoholiker. Daran war auch die Beziehung zerbrochen. Sarah war damals drei, ihr Bruder knapp sieben Jahre alt, als es vorbei war und er auszog. „Ich habe meine Kinder im Stich gelassen“, macht er sich heute Vorwürfe.

Die Medikamente gegen die Epilepsie wirken nicht mehr richtig.
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Aber er war ein anderer damals. Schon morgens habe er sich Wodka in den Kaffee geschüttet, erzählt Herr S. Zwei Flaschen Hochprozentigen am Tag habe er in seinen schlimmsten Zeiten getrunken – und es dennoch geschafft, angestellt als Masseur zu arbeiten. Bis er 2016 an Ostersonntag im eigenen Erbrochenen aufgewacht sei. „Da habe ich mich selbst eingewiesen.“ Die ersten Tage in der Entzugsklinik seien am schlimmsten gewesen. Nach der Entlassung suchte er sich eine Selbsthilfegruppe. Sie waren zu zwölft. „Ich bin der einzige, der nicht rückfällig geworden ist.“ Seit neun Jahren ist er trocken. Er geht offen mit seinem Suchtproblem um. „Trockener Alkoholiker“ steht bei ihm im Profil beim sozialen Netzwerk Facebook.

Sobald er klar im Kopf war, fing er an, um seine Kinder zu kämpfen. „Ich liebe meine Kinder.“ Seine frühere Partnerin wollte, dass die beiden in ihren Pflegefamilien bleiben. Sohn und Tochter aber wollten zum Vater. „Wir gehören zu Papa“, habe sein Großer damals gesagt. Schließlich sei ihm das alleinige Sorgerecht zugesprochen worden. Sie drei seien ein gutes Team. Seine Tochter habe ihm gerade erst wieder gesagt: „Papa, Du weißt, was für mich gut ist.“

Für zehn Tage geht es bald in eine Spezialklinik wegen der Epilepsie

Herr S. will wieder als Masseur arbeiten, aber das ist wegen Sarahs Zustand schwierig. Immer könne der Anruf aus der Schule kommen, dass Sarah abgeholt werden muss. Herr S. hofft, dass sich das ändert. Nicht mehr lang, dann sind sie für zehn Tage in einer Spezialklinik, um die Epilepsie-Medikation umzustellen. Vielleicht kann er danach doch wieder einsteigen. „Ich will ein Vorbild für meine Kinder sein.“

Gerade ist der Alltag des Alleinerziehenden zusätzlich erschwert. Die Waschmaschine ist kaputt gegangen. Zum Glück habe er rechtzeitig gemerkt, dass das Wasser auslief, sodass es keinen Wasserschaden gab. Zweimal die Woche fährt Herr S. nun mit großen Einkaufstaschen voll mit Wäsche zum Waschsalon. Das kostet Zeit und Geld. Zuhause kann er die Wäsche auf den Ständer hängen, nun muss er wegen des Transports zusätzlich einen Trockner benutzen. Eine Sozialarbeiterin der Evangelischen Gesellschaft hat sich mit der Bitte um eine Spende für die Waschmaschine an die Aktion Weihnachten gewandt.

So können Sie spenden

Spende Unter diesem Link können Sie direkt und unkompliziert online für die Benefizaktion Aktion Weihnachten spenden: stn-hilft.de. Wer selbst überweisen will, die Konten lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00. Sachspenden können wir aus logistischen Gründen leider nicht annehmen.

VereinDie Aktion Weihnachten leistet seit 54 Jahren unkompliziert Nothilfe. Außerdem fördert sie soziale Projekte in Stuttgart und der Region. Ermöglicht wird dies durch die großzügigen Spenden unserer Leserinnen und Leser sowie engagierter Unternehmen und Stiftungen. Alle Artikel zur laufenden Spendenaktion finden Sie unter www.aktionweihnachten.de.